In Herbede, beim Muttental,
zu Witten an der Ruhr,
da steht ne Burg, ein Baudenkmal,
ein Stückchen Ruhrkultur.
Ich will euch mal erzählen,
was damals dort geschah -
zur Zeit von Ritter Neveling
und König Goldemar.

Auf Hardenstein, lang ist es her,
da wohnte einst der Ritter, der
kühn und tapfer war.
Goldemar, sein Dauergast,
war allen auf der Burg verhasst,
denn er war unsichtbar.
Der Zwerg war Meister der Magie,
die ihm große Macht verlieh -
und unberechenbar.

Zwergenkönig Goldemar wurde er genannt,
und war wegen seiner bösen Scherze
überall bekannt.
Goldemar, Goldemar trug einen Nebelhut,
der machte völlig unsichtbar,
der tarnte wirklich gut.
Goldemar tat viel und mehr
Für Burg Hardenstein.

Die Speisekammer ward nie leer
Und nicht das Fass voll Wein.
Er warnte Ritter Neveling
Vor Feinden aller Art,
und hat des Pfarrers Sünden
vor allen offenbart.

Zwergenkönig Goldemar...

Goldemar saß jedes Mal
Neben Neveling beim Mahl,
doch sein Platz schien leer.
Der Braten schwebte ganz allein,
an einer Gabel obendrein
auf dem Tisch umher.
Man sah, dass, wie durch Geisterhand
Der Braten und der Wein verschwand,
auch das Zubehör.

Zwergenkönig Goldemar wurde er genannt
und war wegen seiner bösen Scherze
überall bekannt.
Goldemar, Goldemar trug einen Nebelhut,
der machte völlig unsichtbar
das fand der Knecht nicht gut!

Der Küchenknecht verstand viel Spassss,
war hilfsbereit und tat auch was,
Doch Goldmar trieb's zu weit;
Denn jede Nacht war's Goldmar lieb
Zu essen, was vom Mittag blieb,
dann gab der Zwerg Bescheid:
"Knecht, steh auf, hol Wein und koch!
Mach mir dies und hol mir das, mach mir jenes!"
- bis er kroch!!
Das ist Zwangsarbeit!!!
Aber das Gemeinste war,
dass er Goldmar nicht mal sah.
Das wurde höchste Zeit!

Auf der Treppe mit viel Freud,
in der nächsten Nacht wurden Erbsen ausgestreut,
vier Stunden nach halb acht.
Weißes Mehl kam gleich danach,
was für des Knechtes Klugheit sprach:
Für Goldmars Spurn gedacht.

Der Plan war gut. Es war vollbracht;
Es nahte schon die Mitternacht...!
Und alles war, wenn man so will,
entsetzlich dunkel, totenstill.
Nur der Mond schien hell.
Der Küchenknecht saß lange da
Und wartete auf Goldemar.
Da! Geräusche auf dem Gang!
Dem Jungen wurde angst und bang!
Die Schritte gingen nicht vorbei...
Die Tür ging auf und dann -
EIN SCHREI!
Und mit Krachen fuhr der Greis 
Die Trepp hinab auf Kopf und Steiß -
Und das erstaunlich schnell!

Zwergenkönig Goldemar verlor beim Sturz den Hut,
so dass er zu sehen war, der Knecht sah ihn sehr gut!
Goldemar, Goldemar verlor den Nebelhut,
worüber er sehr böse war. - Das tat dem Knecht nicht gut!

Denn mit einem wüsten Schrei
Sprang der Zwerg schnell auf,
sah den Knecht, schlug ihn zu Brei,
dann schlitzte er ihn auf!
Verzehrte ihn zum Abendbrot
Und trank dazu sein Blut.
Verschwand danach im Morgenrot;
Das endete nicht gut. 

Zwergenkönig Goldemar ließ einen Fluch zurück,
der an die Tür genagelt war mit einem Bratenstück!
Goldemar, Goldemar ließ einen Fluch zurück
und dieser brachte Hardenbergs wirklich nicht viel Glück!          

„Burg Hardenstein soll so unglücklich sein, wie sie vormals glücklich gewesen ist, und all ihr Gut soll zerrinnen, solange nicht drei Generationen derer von Hardenberg zugleich am Leben sind.“
Goldemars Fluch erfüllte sich:
40 Jahre später, im Jahre 1439, verstarb der letzte männliche Nachkomme. Von Burg Hardenstein aber blieb nur eine Ruine...

Text und Musik: B. Schmidt

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